Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Macron beim Europäischen Rat am 23. Juni: Beim Ministerrat setzten sie positive Impulse, wecken aber auch hohe Erwartungen

Ministerrat mit positiven Signalen und hohen Erwartungen

Felix Lennart Hake Allgemein 0 Comments

Statement zum 19. Deutsch-Französischen Ministerrat am 13.07.2017 in Paris.

Wir begrüßen die Ergebnisse des deutsch-französischen Ministerrats am letzten Donnerstag in Paris, bei dem die Regierungen beider Länder nochmals den besonderen Stellenwert der deutsch-französischen Freundschaft und Zusammenarbeit hervorgehoben haben und neben Maßnahmen zur gemeinsamen Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik auch wichtige Schritte zur Intensivierung des Austauschs und der Förderung deutscher und französischer Jugendlicher vorgestellt haben.

Mit dem Bekenntnis der französischen Regierung zu den zweisprachigen Klassen, den classes bilingues, die zum Schuljahresbeginn um 1200 zweisprachige Klassen erhöht werden sollen, sowie mit dem Engagement zum Ausbau deutsch-französischer Schulpartnerschaften auf 10% aller Schulen ist gerade für den Austausch deutscher und französischer Schülerinnen und Schüler eine neue Dynamik zu erhoffen.

Besonders freuen wir uns auch über den deutlichen Einsatz der Regierungen im Bereich der beruflichen Bildung, gerade für die Erhöhung der Mobilität von Auszubildenden in Deutschland und Frankreich, die noch allzu oft an bürokratisch-strukturellen Hindernissen und einer dürftigen Informationslage über die Mobilitätsmöglichkeiten scheitert. So wird der Deutsch-französische Tag 2018 im Zeichen der Mobilität von Auszubildenden stehen und bereits ab Ende des Jahres sollen interessierten Auszubildenden ein Leitfaden sowie anschließend auch eine App für wichtige Infos rund ums Thema als erste Starthilfe zur Verfügung stehen.

Gespannt sind wir auf die Ankündigung der vier Ko-Vorsitzenden des Deutsch-Französischen Integrationsrates, das bürgerschaftliche Engagement zwischen Deutschland und Frankreich zu fördern. Hier liegt in der Tat großes Potential bei zahlreichen Engagierten, das aber oft aufgrund fehlender Finanzmittel oder Informationsmöglichkeiten nicht abgerufen werden kann. Beide Regierungen sollten sich dringend dafür stark machen, dass Ehrenamt im europäischen Kontext unbürokratischer wird und Fördergelder einfacher und ohne weitgehende Vorkenntnisse der Verwaltungsabläufe beantragt werden können.

Wir freuen uns auf die Beteiligung an dem neu angestoßenen Prozess der deutsch-französischen Zusammenarbeit, den wir mit unseren Ideen und Projekten weiterhin vorantreiben und als Stimme der Jugend begleiten wollen. Der Ministerrat ist ein äußerst positives Signal nach Jahren der deutsch-französischen Stagnation, aber er ist gleichermaßen ambitioniert. Es bleibt zu hoffen, dass beide Regierungen die Umsetzung dieser Ziele so engagiert angehen, wie sie ebendiese am vergangenen Donnerstag präsentiert haben.

Den ausführlichen Abschlussbericht der Bundesregierung könnt ihr hier nachlesen.


Artikelfoto: © „European Council meeting, 22-23 June 2017“ | European Council / flickr.com | License: CC BY-NC-ND 2.0 | https://flic.kr/p/Wa9ZFL


Über den Autor
Daniel Brands

Daniel Brands

Ist seit den Frankreich-Urlauben seiner Kindheit und spätestens seit Beginn des Französischunterrichts und der Teilnahme an den schulischen Austauschprogrammen mit der Partnerschule nicht mehr vom deutsch-französischen Enthusiasmus loszulösen. Er studiert Französisch und Sozialwissenschaften in Bochum und hat während des Studiums als Fremdsprachenassistent in Nordfrankreich gearbeitet, wo er durch Freunde und Gastfamilie ein zweites Zuhause gefunden hat. Er will mehr Jugendliche für den deutsch-französischen Austausch motivieren.

Über den Autor
Felix Lennart Hake

Felix Lennart Hake

studiert Soziologie, Politik & Ökonomie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und am Institut d'Études politiques de Paris (SciencesPo) und ist Mitbegründer des DFJA.

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