DFJA x EfBB: Das Comeback

Das erste Mal ein Webinar „von der anderen Seite aus“ erleben – ja, doch, ein bisschen Aufregung war dabei. Wir starteten mit einer kleinen Kennenlernrunde und einer Umfrage zu aktuellen Herausforderungen der anwesenden Städtepartnerschaften – es zeigte sich: noch immer ist der Bedarf an Nachwuchs da, neue Methoden werden gesucht, um die Arbeit und Projekte ansprechender oder einfach mal anders zu gestalten. 

Nach einer allgemeinen Einführung in Formalia des EU-Förderprogramms begaben sich alle virtuell zu ihrem Thementisch – der DFJA erwartete über 20 Teilnehmende zum Thema „Neue Methoden und Aktivitäten in der Partnerschaftsarbeit: Intergenerationelles Forum und 101 Ideen für Städtepartnerschaften“. Schon der Titel zeigt: genug Stoff, um 45 Minuten zu füllen. In einer kleinen Präsentation stellte ich den Teilnehmenden den DFJA und seine Projekte vor – dabei ein Schwerpunkt: wie arbeiten wir und warum eigentlich so? Als ein Verein mit Mitgliedern, die in ganz Deutschland und Frankreich verstreut leben, sind wir ja bereits seit ein paar Jahren gewohnt, was durch Ausgangsbeschränkungen und Co. nun für viele Vereine auch trotz wesentlich geringerer Entfernung zur Herausforderung wurde: Online-Kommunikation, digitale Angebote etc. Zudem können wir wohl auch sagen, dass wir uns ein wenig die Welt gemacht haben, wie sie uns gefällt: unsere überwiegend sehr jungen Mitglieder sind viel unterwegs, haben mal mehr und mal weniger Zeit, aber immer doch viele tolle Ideen. Unsere Vereinsstruktur mit festen Projektteams, in die man sich flexibel einbringen kann, aber auch die flachen „Hierarchien“, die jeder und jedem ermöglichen, neue Ideen einzubringen und ein Projekt zu entwickeln, passen gut zu einem Lebensalltag, in dem sich zumindest bei vielen noch jedes halbe Jahr der Wochenplan ändert und zweimal im Jahr Bibliothekstage zur Prüfungsvorbereitung anstehen. 

Uns ist natürlich klar, dass sich dieses Konzept nicht eins zu eins für jeden Städtepartnerschaftsverein übernehmen lässt, aber wir laden jede interessierte Organisation ein, uns bei Fragen zu kontaktieren!

In der zweiten Workshoprunde gab es noch einmal die Möglichkeit, sich über konkrete Projektideen auszutauschen. Hier stellte sich – wenig überraschend – heraus, dass Corona gerade auch Städtepartnerschaftsprojekten einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Umso schöner war es zu hören, dass einige Teilnehmende schon erfolgreich einige Projekte „digitalisieren“ konnten – darunter ein deutsch-ukrainisches Theaterprojekt! Doch der Bedarf an online-umsetzbaren Projekten ist noch immer groß, daher möchten wir hier eine erste Sammlung an Ideen aus unserer Broschüre „101 Ideen für die deutsch-französische Freundschaft“, vorstellen, die nun in dieser besonderen Zeit umgesetzt werden können. Viele weitere Ideen finden Sie auch auf der Projektseite 101.dfja.eu – viele der Ideen lassen sich anpassen und können natürlich auch in allen anderen Länderkonstellationen umgesetzt werden. Für deutsch-französische Projekte könnte der neue Bürgerfonds eine tolle Finanzierungsmöglichkeit sein!

Wir drücken allen Städtepartnerschaftsvereinen die Daumen, dass sie weiterhin erfolgreich Menschen aller Altersstufen für Europa, für kulturelle Vielfalt und Weltoffenheit begeistern können – denn das braucht unsere Welt gerade mehr denn je!

IDEEN 

Zeit zur Reflexion

Erzwungene Pausen bieten ja oft auch mehr Zeit zum Nachdenken und vielleicht ist gerade jetzt auch für Ihren Verein ein guter Zeitpunkt? 

  • Strategietag: Nehmen Sie sich doch einmal einen Tag lang Zeit, über die Ziele & Vorhaben der Städtepartnerschaft zu reflektieren, Projekte zu überdenken und schon lang aufgeschobene Projekte anzugehen. Aus eigener Erfahrung können wir sagen: funktioniert auch online!
  • Planung eines lokalen Intergenerationellen Forums – Dass bald auch wieder reale Treffen in kleineren Gruppen stattfinden können, ist absehbar: Warum nicht eine kleine Veranstaltung planen, die dazu dienen kann, die Vereinsarbeit zu reflektieren, mit jungen Menschen aus der Stadt ins Gespräch zu kommen und neue Vorhaben zu planen? Wir haben bereits viermal ein solches Intergenerationelles Forum geplant und stehen gern bei Fragen zur Verfügung, schreiben Sie einfach eine Mail an 101@dfja.eu! (Idee Nr. 87)
  • Etwas Neues wagen: Soziale Medien kennenlernen und erkunden – Jetzt, da weniger Menschen draußen unterwegs sind, können Veranstaltungen und Informationen gut über die Sozialen Medien verbreitet werden. Schnappen Sie sich jemanden aus dem Bekanntenkreis, der/die sich auskennt und probieren Sie einfach mal aus, was auf Facebook, Instagram und Twitter so möglich ist. Wir sagen: Trauen Sie sich, es lohnt sich! (Idee Nr. 98)

Projekte gemeinsam online durchführen

Viele Aktivitäten, die sonst gemeinsam an der langen Tafel durchgeführt würden, können auch über Online-Konferenz-Tools umgesetzt werden. Vielleicht sollte nicht der Anspruch bestehen, alles an einem einzigen Tag zu schaffen, aber regelmäßige virtuelle Treffen in kleinen Gruppen über einen längeren Zeitraum haben doch auch durchaus einen Reiz, oder? Binden Sie gerne auch Schulen, Jugendeinrichtungen und andere Gruppen aus der Stadt mit ein.

  • Das wachsende Kochbuch (Idee Nr. 77)
  • Spielekiste (Idee Nr. 67)
  • Geschichten schreiben oder Comics erstellen für ein gemeinsames Buch (Idee Nr. 17 & Idee Nr. 19)
  • Europaquiz (Idee Nr. 65)
  • Postkarten verschicken (Idee Nr. 37)
  • Fotokalender, Postkartensets, … erstellen (Idee Nr. 100)
  • Sprachtandems vermitteln oder online-Nachhilfe für Fremdsprachenlerner*innen durch Studierende aus der Partnerstadt (Idee Nr. 6)
  • Online-Sprachanimation für Kinder anbieten
  • Videodreh für einen virtuellen Stadtrundgang
  • Mal- oder Fotowettbewerbe
  • mit Französisch-Lehrer*innen Kontakt aufnehmen und die Städtepartnerschaft im Sprachunterricht vorstellen

Ein herzlicher Dank geht an das Team der Kontaktstelle „Europa für Bürgerinnen und Bürger“, die mit großem Engagement und sehr viel Liebe nun auch dieses Webinar vorbereitet und durchgeführt haben. Allen Interessierten können wir nur empfehlen, auf der Website der Kontaktstelle vorbeizuschauen und an Seminaren teilzunehmen!